Kolymbia Express – Bootstour nach Lindos

Zu unserem Standardprogramm gehört neben einer Inselrundfahrt auf Rhodos, mit dem Auto auch eine Bootstour nach Lindos.
Wir fahren sehr gerne mit dem Kolymbia Express, um den Massentourismus zu entfliehen und mit einem freundlichen Kapitän und höchstens 20 weiteren Urlaubern den Tag zu verbringen.

Jeden Tag, morgens um 9:00 Uhr, beginnt unser Kapitän Antonio seine Rundtour. Wer möchte kann von ihm höchstpersönlich, am Hotel abgeholt werden.

Nach Antonios Begrüßung in vier Sprachen gleichzeitig verlassen wir mit einem lauten Hupen den Hafen. Wer einmal mit Antonio fahren will, sollte sich auf eine übermäßig laute Hupe gefasst machen.
Mittlerweile glauben wir,  dass man sich in Griechenland mit einer lauten Hupe profiliert – ist beim Autofahren auf der Insel nicht anders.

Vorbei an Anglern, die ganz früh morgens mit einem Sammelboot auf den ungewöhnlichsten, einsamsten Felsvorsprüngen abgesetzt werden, geht es durch das tiefe, blaue Meer.

Ein Blick Richtung Land, lässt nur erahnen wie schön einige Flecke auf der Strecke sein können. Hohe Felsen, kleine Höhlen und eine Schliffkante, die an einen erhöhten Meeresspiegel, vor der Überspülung des Bosporus, weit vor Christi, erinnert.

In weiter Ferne kann man bereits die Akropolis in Lindos erkennen und im Vordergrund, die weiße Stadt.

Nach einer Fahrt von 1 1/2 Stunden fahren wir an Lindos vorbei in eine kleine Bucht, in die St. Paulos Bucht. – Wir berichteten bereits in unserem Beitrag Inselrundfahrt auf Rhodos darüber. –
Jedoch ist der Blick auf die kleine Kapelle und dem Mini Strandabschnitt vom Boot aus, noch intensiver.
Zurück in Richtung Lindos treffen wir auf viele Schnorchler die in kleinen Höhlen auf Wasserexkursion sind. An der Einfahrt von St. Paul haben sich einige Klippenspringer versammelt, um von einem kleinen Vorsprung ins Meer zu springen!

Antonio lässt den Motor langsamer laufen und kommt noch mal zu einer kurzen Erklärung an Deck: „Es geht jetzt in einen Bereich, der von Bombadierungen zerstört wurde, aber lasst Euch nicht täuschen, der Anblick ist sensationell.“ Alle Bootsgäste zücken ihre Kameras und warten gespannt, was jetzt folgt!
Langsam fährt das Boot um die Ecke, vorbei an großen Felsen die
einsam aus dem Wasser ragen. Wir fragen uns, wie oft unser Kapitän durch diesen kleinen Kanal schon gefahren ist – durch eine schmale Gasse lenkt er den Kahn perfekt an den Felsen entlang.
Was jetzt kommt, damit hat womöglich keiner gerechnet… Ein Farbenspiel in den schönsten Blautönen die man sich nur vorstellen kann.

Faszinierend von der Farbpracht und den kleinen Höhleneingängen haben wir es geschafft ein paar schöne Fotos zu machen.

Nach nur einer Minute war die Fahrt durch den Kanal schon beendet.
Noch immer begeistert von dem unfassbaren Anblick, bogen wir in die Bucht von Lindos. Ein lautes dröhnen aus der bordeigenen Hupe holte uns zurück.
Am Hafen standen bereits einige Bootsführer die uns beim Anlegen, neben den großen Booten am Steg halfen.
Antonio erklärte uns, dass wir hier einen dreistündigen Aufenthalt haben und uns später wieder auf seinem Boot treffen.

Fröhlich begrüßen uns die Tavernenangestellten am Strand.
Am Aufstieg zu Lindos wartet das Lindos-Taxi auf uns. Ein graues Taxi auf 4 Hufen, das einem den steilen Serpentinen-Weg zur Akropolis abnimmt – die Esel.

Lindos ist eine Touristenattraktion und meistens in der Hochsaison völlig überfüllt. Im September ist auch Lindos immer noch der heißeste Ort der Insel. Trotzdem machen wir uns zu Fuß auf den Weg.

Die archäologischen Reste der Akropolis sind meist nur moderne Rekonstruktionen. Jedoch sind die Säulen immer ein beliebtes Fotomotiv, vor allem mit einem spektakulären Panorama im Hintergrund.

Auf der gegenüberliegenden Seite geht es hinab zum Dorf. Über einen steilen Abhang kann man den Blick über die weiße Perle von Lindos genießen.

Lindos ist ein autofreier Ort mit kleinen, ausschließlich weißen, Häusern, die sich dicht an dicht aneinander gesiedelt haben. Dazwischen verbindet eine Kombination aus glatten Stufen und einem liebevoll angelegtem Mosaik die offenen Haustüren.

Reisetipp: festes Schuhwerk ist pflicht!

Lindos ist im Verhältnis zu den anderen Orten ziemlich teuer. Trotzdem ist es für einen Bummel durch die Geschäfte absolut empfehlenswert.

Wer jetzt noch Zeit hat, sollte unbedingt auf einen Mittagssnack in die Taverne Skala, direkt am Strand. Auch Antonio kommt hier gerne auf eine Limo vorbei. Läuft jetzt noch gute Musik im Hintergrund kann es schon einmal sein, dass die Einheimischen beginnen zu Klatschen und lautstark ihre eigene Interpretation von Zorba singen. Stolz und Gemeinschaft füllen die Taverne.

Um 14 Uhr geht die Bootstour zurück Richtung Kolymbia.
Geplant sind drei Badestopps an den schönsten Stränden von Rhodos.

Am Agathi-Strand, über den wir bereits berichteten, setzen wir den Anker. Nun geht es mit einem beherzten Sprung in das klare, badewannenwarme Mittelmeer. Kaum aufgetaucht fliegt auch schon eine ca. fünf Kilo schwere Wassermelone mit einem lauten „Bombaa!“ hinter uns her und landet im tiefen Meer. Der erste Gedanke: „Wer soll die denn da wieder hochholen?“ Wir staunten nicht schlecht, als die Melone kurze Zeit später wieder an der Oberfläche trieb. Wir folgtem dem Spaß und funktionierten die fünf Kilo Kugel kurzerhand zu einem Wasserball um.

Nach einer kurzen Abkühlung geht es mit einem griechischen Weißwein weiter zu einem einsamen, nur mit dem Boot erreichbaren, Strand mit dem Namen Red-Sand-Beach.
Auch hier springen wir vom Boot ins Wasser um zusammen mit ein paar Bergziegen die Ruhe und die kleinen roten Kiesel zwischen den Zehen zu spüren. Während wir uns im Wasser vergnügen schneidet Capitano Antonio die Wassermelone in handgerechte Stücke. Durch das Salz auf den Lippen schmeckt die Melone besonders süß.

Nachdem wir den Anker ein zweites mal gelichtet haben, ist jetzt ein wenig Zeit für ein Pläuschchen mit unserem Kapitän. Wir erfahren, die neuesten Veränderungen der griechischen Politik und über den Umgang mit der Wirtschaftskriese. Kurzerhand ernennt Antonio uns zu seinen Matrosen und wir dürfen das Boot steuern.
Die Stimmung auf dem Boot ist ausgelassen und wir stoppen ein letztes Mal am Tsambika-Beach für einen weitern Arschbomben-Contest. Die größte Wasserfontaine bejubelt Antonio mit einem herzlichen: „Tsunamiii!“

Angekommen am Steg von Kolymbia endet unsere Bootstour mit einem griechischen Frappé in der Taverne To Nissaki um den Körper vom Wellengang zu regenerieren und der witzigen Art von unserem Bootsführer noch einmal zuzuhören.

Mit großer Freude auf unseren nächsten Besuch verabschieden wir uns vom Kolymbia Express und seinem Kapitän.

Auch wenn wir die Bootstour nach Lindos bereits mehrfach erlebt haben, ist es immer wieder ein tolles Gefühl dabei zu sein und in einer kleinen Gemeinschaft aus verschiedenen Nationen einen Teil der Ostküste zu erkunden.

4 Comments

  • Antworten März 14, 2015

    Marcel

    Hey, was kostet die bootstour denn eigentlich??

    • Antworten März 18, 2015

      Sassy und Flo

      Hey Marcel,
      Die Bootstour kostet 30,-€ pro Person. Und ist direkt vor Ort oder in den meisten Hotels buchbar.
      Einfach mal nach 17 Uhr am Steg vorbei gucken.
      Liebe Grüße

      • Antworten März 18, 2015

        marcel

        Danke schonmal für die antwort. Wie läuft das mit essen und Getränken? Selbstverpflegung oder gibt es an bord Getränke?

        • Antworten März 18, 2015

          Sassy und Flo

          Also auf der rücktour gibt es aufjedenfall Weißwein und sonst würde ich mir was zu trinken mitnehmen. Ein schönes Mittagessen bekommt man direkt is Lindos am Anleger im Restaurant Skala, ist zwar verhältnismäßig teuer, jedoch ist die Atmosphäre und die Qualität sehr gut.
          Ansonsten gibt es auf dem Rückweg noch eine Wassermelone als Snack.

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