Side und Alanya im März

Wie wir ja schon einmal berichtet haben, kann man mit Last-Minute durchaus Glück haben.
So auch bei unserem Kurztrip in die Türkei.

Der Winter war lang und wir wollten hier raus!!!
Also beschlossen wir mal wieder bei einer Nacht- und Nebelaktion eine Reise zu buchen.
Wohin? – Egal, Hauptsache Meer, Kultur und Temperaturen über 10 Grad.

Nach langen Recherchen lachte uns ein Last-Minute-Angebot nach Okurcalar in die Türkei an.

440,-€ und es gab für uns Zug zum Flug, Hin- und Rückflug von Bremen mit Sunexpress, Transfer und 5 Nächte im 5-Sterne Hotel mit All Inklusive.


2 Wochen später hieß es, Koffer packen und auf zum Flughafen. Wir hatten einen sehr angenehmen Flug und einen super Service an Board.
Nach 4 Stunden in der Luft und der Landung in Antalya ging es direkt in einen Dolmus (Minibus); der uns zum Hotel Aska Buket Resort & Spa brachte.

„Es ist bereits mitten in der Nacht und von unserer Haustür bis zum Check-In im Hotel waren es 16 Stunden, die wir aber gerne für eine günstige Reise auf uns nehmen. Unsere Freunde sind schon seit 2 Tagen hier und erwarten uns schon sehnsüchtig. Ein kurzes Hallo und es geht direkt ins Bett.“

Am nächsten Morgen trafen wir uns zu einem ausgiebigen Frühstück und besprachen dabei all unsere Erlebnisse und Planungen.

Danach ging es zum Informationsgespräch mit unserem Reiseleiter.

Während des Hoteltransfers wurde uns ein vergünstigtes Ticket für eine Tour nach Antalya und einem Besuch im Hammam-Bad angeboten. Blauäugig griffen wir zu und haben erst beim Informationsgespräch erfahren worum es geht (unsere Freunde haben die Tour bereits hinter sich). Zuerst geht es mit einer Reisegruppe Richtung Antalya, mit Stopp in einer Lederfabrik und einer Schmuckfabrik. Man kann sich ja schon denken, was Ziel dieses Trips ist – eine Verkaufstour wie man sie aus dem Fernsehen kennt.
Danach geht es weiter nach Antalya auf den Basar mit einer Aufenthaltszeit von einer Stunde. Nachdem die Verkaufsfahrt beendet ist gibt es erst den Gutschein für das Hammam-Bad, das an einem anderen Tag, wieder mit einer Busreise, beansprucht werden kann.

Nach einem kleinen Aufstand konnten wir unsere Tickets an andere Hotelgäste verkaufen und haben beschlossen die Tour selbst in die Hand zu nehmen.


„Wie man es so macht, wird als erstes die direkte Umgebung und das Hotel erkundet.
Ein schöner Strand, der aufgrund der Nebensaison noch sehr ungepflegt ist, und ein kleiner Basar, ist das einzige was in diesem Ort zu finden ist.
Alle anderen Hotels sind noch in der Vorbereitungszeit für den Sommer. Außer ein paar Hotelgäste die sich am strandnahen Pool vergnügt haben sind wir die Einzigen, bei 20 Grad am Meer, und genießen die Ruhe.

Nach einem entspannten Start machen wir uns auf dem Weg zum Basar. Auch hier schienen wir die einzigen Reisenden zu sein, was den Verkäufern wie ein gefundenes Fressen scheint. Alle 2 Meter werden wir von den Shop-Besitzern angesprochen und geschickt zu einem Kauf überredet. Wir können uns zurück halten, doch die persönliche, freundliche Ebene und der leckere türkische Apfeltee machen es einem sehr schwer…“

Eine 6-stündige Shoppingtour lag hinter uns und wir beschlossen den Abend an der Hotelbar bei einigen Cocktails und Live-Musik ausklingen zu lassen.

Für den nächsten Tag war ein Trip nach Antalya geplant, der uns aber durch einen Magen-Darm-Infekt vereitelt wurde. Also hieß es im Bett liegen bleiben und bei den Apotheken des Ortes mit guten und günstigen Medikamenten eindecken.

Zum Glück waren wir einen Tag später wieder fit und konnten mit unserem Plan B starten.

Auf dem Weg zur Hauptstrasse, wo alle halbe Stunde ein günstiger Dolmus vorbei fährt, den man winkend zum Halten bringt, – sprach uns ein Taxi Fahrer direkt vor der Tür des Hotels an.
Noch geprägt von unserem Erlebnis mit der Reiseveranstalter-Tour waren wir sehr skeptisch. Doch nach langem Gespräch, wollten wir das Gute in den Einheimischen erkennen und ließen uns überreden.

„Er fährt uns nach Alanya macht mit uns eine Sight-Seeing Tour und gibt uns danach Zeit zum Shoppen, bevor er uns zurück zum Hotel bringt! Geplant ist eine Tour von insgesamt 8 Stunden und das für 4 Personen á 15,-€.“

Nun gut, wir vereinbarten, dass er seine beiden Söhne abholt und sie mit uns nach Alanya kommen.
Beide Jungs (4&7 Jahre) waren sehr aufgeweckt. Unsere Kommunikation mit Händen, Füßen und Gesichtsausdrücken machten die Fahrt sehr amüsant.

Vorbei an schönen Küstenstrecken, durch aufgebrochene Felsen und Touristikhochburgen, konnten wir die Schneespitzen im Landesinneren entdecken. – Für einen Norddeutschen, der die Berge sowieso nicht kennt, ist das schon ein sehr ungewöhnliches Bild im T-Shirt an den Schneebergen vorbei zu kommen.

 

Damlatas Höhle

Angekommen in Alanya führte uns der Taxi-Fahrer zu einer Tropfstein-Höhle, die Damlatas Höhle.
Die Höhle befindet sich westlich an der Halbinsel Küste und wurde 1948 bei einem Steinbruch entdeckt. Die Stalagmiten und Stalaktiten sind in 15000 Jahren entstanden.
Weil die Wassertropfen immer noch von den Stalagmiten tropfen, wurde der Höhle der Name Damlatas gegeben. Die Höhle ist durch ihre bezaubernden Schönheit und durch die reine Luft, die heilend für Asthmakranke wirkt, berühmt. Es gibt Kranke, die unter ärztlicher Kontrolle in der Höhle sitzen und eine 21-tägige Kur durchführen.
Die Luft der Höhle ändert sich nie, es herrscht durchgehend 23 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 95%.

Weiter ging es mit dem VIP Taxi durch enge steile Gassen in Burgrichtung. Als auch der Fahrer
endlich beschloss das es mit dem Auto nicht weiter geht, konnten wir aussteigen und den Weg zu Fuß erkunden. Vorbei an den typischen Häusern, die in Deutschland längsten abgerissen wurden und in Alanya als natürliche Wohnstätte galt, ging es den Berg weiter hinauf.

Die Burg von Alanya

250 Meter über dem Meeresspiegel angekommen auf der Burg von Alanya, konnten wir das Markttreiben beobachten. Noch heute leben Leute innerhalb der Burg. Vor den aus Holz und Steinen gebauten historischen Häusern, werden auf hölzernen Webstühlen Seide- und Baumwollweberei betrieben, Flaschenkürbisse in verschiedenen Figuren bemalt und in kleinen Gärten authentisches Essen serviert. Unser selbsternannter Reiseleiter führte uns über ein paar Vorsprünge – durch einen Bunker – auf eine Plattform.

Was wir jetzt sahen war weit entfernt, von unseren Vorstellungskräften – eine Aussicht über die Halbinsel in ihrer gesamten Größe nahm uns den Atem.
Die Altstadt, der Hafen, die Berge und das Meer. Im Hintergrund wieder schneebedeckte Gipfel. Ein berauschender Anblick der wiedereinmal das Gefühl von Freiheit vermittelt.

Beim Abstieg trennten sich dann unsere Wege. Er erklärte uns den Weg in die Stadt, wo wir uns später wieder treffen wollten, und ging mit seinen Kindern zurück zu seinem Auto.

An der Burgmauer entlang ließen wir den Roten Turm hinter uns, da wir noch einige Aussichten genießen wollten.

Der Rote Turm

Der Rote Turm ist ein achteckiges Gebäude und gilt als Symbol der Stadt. Der „Kizil Kule“ wurde im Jahr 1226 gebaut, hat eine Höhe von 33m und ein Durchmesser von 29 Meter. Der Turm wurde errichtet um den Hafen und die Werft vor Angriffen aus der See zu schützen.

 

Die Werft

In der Nähe des Turmes wurde im Jahre 1227 mit dem Bau einer Werft begonnen. Die Räumlichkeiten der Werft befinden sich heute noch in einem guten Zustand. Sie besteht aus 5 Arkadenräumen und ist 56,5m lang. Der Platz der Werft wurde so ausgesucht, dass das Tageslicht gut genutzt werden konnte. In einem der bogenförmigen Räume ist ein Brunnen, der jedoch mit der Zeit ausgetrocknet ist.
Um auf die andere Seite zu gelangen geht der Weg durch die Werft.

Am modernen Hafen vorbei ging es direkt in die Innenstadt. Inmitten des großen Trubels kam jetzt das erste Mal so richtig Urlaubsstimmung auf. Durch Lautsprecher die im ganzen Ort aufgestellt waren wurde das türkische Gebet gesprochen und gesungen. Eine unglaubliche Atmosphäre beherrschte den Moment. Gänsehaut wühlte sich durch den Körper.

Nachdem wir uns mit einem Falafel-Dürüm gewappnet hatten zog es uns zum Entspannen an den Strand.

Wie besprochen trafen wir unseren Taxifahrer am vereinbarten Ort. Wir fuhren dankbar und zufrieden zurück zum Hotel, zahlten unsere Fahrt und gaben ein Trinkgeld an die Jungs.

Hammam-Bad

Nach diesem anstrengenden Tag suchten wir Entspannung im Hoteleigenen Hammam-Bad. Alle, die es schon einmal probiert haben, wissen dass es ein absolutes Highlight ist.

Eine kurze Dusche und es ging zum Aufwärmen in die Sauna. Danach wurden abgeholt und in das türkische Bad gebracht.

Das Hammam ist ein Dampfbad und besteht aus Marmor mit einer kreisrunden Liegefläche in der Mitte des Raumen, dem sogenannten Nabelstein. An den Wänden befinden sich Waschbecken mit warmen und kaltem Wasser mit dem man von einem Tellak (Bademeister) regelmäßig übergossen wird. Dazu wird ein Baumwollsack eingeseift, durch Schwenken mit Luft gefüllt, verschlossen und Schaum wird aus dem Gewebe auf den Körper gestreift.

Nach dem Schaumbad gab es ein direktes Peeling mit einem rauen Handschuh aus Wildseide. In einem Entspannungsraum wurden wir bei einem Tee zum Relaxen eingeladen.
Weiter ging es in einem separaten Raum bei einer Schönheitspflege mit einer entspannten Massage.

Den letzten Tag verbrachten wir dann alleine und nutzten die Gelegenheit mit einer Wanderung entlang der Klippen. Es boten sich schöne Aussichten, die wir bei unserer Heimfahrt in der Nacht mitnahmen.

 

5 Tage gingen schnell vorüber, jedoch ist es möglich sich auch in so kurzer Zeit auf einen Urlaub einzulassen.<

Wir sind froh, dass wir den Alltag mal wieder entfliehen konnten und werden sicherlich uns noch mal die Zeit nehmen, um den Rest der Gegend zu erkunden und Ausflüge, wie zu der Schildkrötenbucht oder zu den Wasserfällen von Manavgat nach holen.

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